Dämmen der obersten Geschossdecke

Gerufen wurde der Sachverständige wegen feuchter Wände und Wassertropfen an einer Decke in der Wohnung der mittleren Etage. Bei der Besichtigung im Dach, genauer im Spitzboden über der Dachgeschosswohung, kam dies zu Tage:

Die Decke war in angemessener Dicke mit Mineralwolle gedämmt. Es ist aber doch schade um´s Geld, wenn sie anschließend platt getreten wird. Auch wenn der Speicher normaler Weise nicht genutzt wird, sind von Zeit zu Zeit Inspektions- und Wartungsarbeiten nötig. Dafür muss die Dämmung ausreichend druckstabil sein. Es ist also nicht zu viel erwartet, wenn hier mitgedacht und ein anderes Material verwendet worden wäre. Wenigstens hätte ein Gehstreifen eingebaut werden sollen. Das günstige Material war (wieder einmal) das teure.

Wo hier schon eine weiche, flexible Wärmedämmung eingebaut wurde, hätte man wenigstens sauber in die Ecken arbeiten können… Wer macht so etwas?

Die Ursache für die Feuchtigkeit, war dies allerdings nicht.

Schöner Fußboden – Ist ja schön kalt

Fliesen, Holz, Teppich, Kork, Linoleum, Laminat … die Auswahl ist riesig. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Laminat und und Fliesen stehen in der Gunst ganz oben. In meinem Ankleidezimmer liegt ein geölter Korkboden. Zum ersten Mal nach meiner Kindheit hatte ich einen Korkboden im Bad meiner damaligen Londoner Dienstwohnung erlebt. Bis heute bin ich von der Wärme und Pflegeleichtigkeit begeistert. In meinem Bad heute sind Fleisen verlegt. Das ist immer gut und richtig. Diese Fliesen sind zudem auch rutschhemmend. Für das Thema seniorengerechtes Wohnen ist das ein Vorteil. (Nein, ganz so alt bin ich noch nicht.) Andererseits sind diese Fliesen arg schnell schmutzig. Aber davon wollte ich gar nicht erzählen. Im Gegensatz zum Korkboden bekomme ich im Bad immer kalte Füße. Die Räume liegen nebeneinander. Das Bad ist innenliegend ohne kalte Außenwände. Ringsum sind alle Räume geheizt. Trotzdem, hier kalte Füße, dort warme.

Das Bild zeigt zeilenweise von links nach rechts: Kunstfaserteppichboden, Tonfliesen, geölter Kork – Linoleum, Terrazzo, Wollteppich – geöltete Nadelholzdielen, Wollteppich, Feinsteinzeug.

Dann habe ich mein Messgerät aus dem Büro geholt und die Oberflächentemperaturen dieser und weiterer verschiedener Fußböden im Haus gemessen, die Lufttemperaturen natürlich auch. Obwohl es sich anders anfühlt, sind alle Fußböden gleich warm. Das kann ja auch nicht anders sein, wenn die Umgebung der Böden gleich warm ist. Klar, wir alle erleben es jeden Tag: verschiedene Oberflächen fühlen sich verschieden an.

Was bedeutet das denn in Bezug auf das Thema des Energiefensters? Die Böden sind doch tatsächlich alle gleich warm. Nun ja, es ist doch ganz einfach: Wenn ich mein Bad mit Fliesen auslege und keine kalten Füße mag, brauche ich eine Fußbodenheizung. (Nein, ich habe keine.) Wenn mein Wohnzimmer auch gefliest ist, sieht das zwar hübsch aus, muss aber nicht gemütlich sein – solange ich auch hier keine Fußbodenheizung habe.

Ok, wir haben verstanden. Wir legen jetzt überall dicke, weiche Wollteppiche aus…

Vorhang oder Heizung?

Eigentlich ist es ja schon ein bischen peinlich drüber zu reden. Dennoch, denn es sind oft die einfachen Dinge, die das Leben einfacher machen – oder Energie sparen. Vorhänge vor Fenstern haben ja einen Sinn. Besonders in der dunklen Jahreszeit möchte man nicht das Gefühl haben, der Nachbar würde einem ständig ins Zimmer schauen. Tut er zwar nicht, aber das Gefühl ist da. Also wird der Vorhang zugezogen. Das sieht hübsch gemütlich aus und der Raumakustik tut es auch gut. Dem Musikgenuss steht nichts im Wege. Doch auf die Dauer wird es irgendwie fußkalt. Richtig kalt ist es zwar nicht, aber irgendwie zieht es am Boden. Die Heizung ist doch an.

Schauen wir einmal hin. Das spricht doch für sich selbst, oder? Es ist ein Plattenheizkörper mit Konvektionsrippen. Er gibt Wärme als Strahlung über die Fläche der Platte ab und über Luftzirkulation zwischen den Platten. Raumluft stiegt von unten durch den Heizkörper auf und? Genau, sammelt sich in der Fensternische.

Das Thermostatventil des sieht man rechts ober am Heizkörper – nicht. Es ist verdeckt durch den Vorhang. So kann es schwerlich die Temperatur des Raumes messen. Ihm ist es jetzt schön warm und dreht die Heizung runter.

Wundert’s, dass der Musikgenuss nicht so richtig klappt?

Was tun? Man könnte über die Art und Lage des Heizkörpers nachdenken. Das bedeutet allerdings größere Installtionsmaßnahmen. Das führt jetzt zu weit. Anstatt eines Vorhanges könnte ein Plissee oder eine Jalousie exakt in die Fensternische eingepasst werden. Den Vorhang einfach kürzen, funktioniert nur bedingt, denn auch hier verliert sich warme Heizungsluft in die Fensternische, der gewünschten Falten wegen.

Wirksam, aber weniger hübsch, ist diese Möglichkeit:

Solarenegie – nicht nur Strom, auch Wärme

Bei der Frage nach Solarenergie wird heute in der Regel an „PV“, an die Stromerzeugung, gedacht. Die solare Wärmegewinnung ist nicht im Fokus – zu Unrecht.

Wie funktioniert eine thermische Solaranlage?

Im Sonnenkollektor fließt kaltes Wasser durch Rohrbündel, die mit Absorberblechen versehen sind. Sie werden mit speziellem Solarglas abgedeckt, um den Treibhauseffekt zu nutzen. Das Wasser heizt sich auf und wird in einen gut wärmegedämmten Warmwasserspeicher geleitet. Dort wird die so gewonnene Wärme mittels Wärmetauschern sowohl für Brauchwasser als auch für Heizungswasser genutzt. Damit das Wasser im Winter nicht einfriert, ist ihm Frostschutz zugesetzt oder es wird eine spezielle Solarflüssigkeit verwendet.

Ob sich eine kleine Variante (nur Warmwasserbereitung) oder die größere (zusätzlich mit Heizungsunterstützung) lohnt, muss im Einzelfall geklärt werden.

Wichtig zu beachten ist dabei unter anderem:

  • Anzahl der Personen im Haushalt
  • Möglichst eine bereitsvorhandene zentrale Warmwasserbereitung
  • Platz auf dem Dach (benötigte Kollektorfläche) und im Keller (Größe des Wasserspeichers)
  • Bei Heizungsunterstützung: Eine Heiztechnik mit niedrigen Temperaturen im Heizkreislauf (z. B. Flächenheizung
  • Eignung des Daches (Statik, Himmelrichtung, Dachneigung, Verschattung)

Schauen Sie bei den Förderprogrammen, erneuerbare Energie und Sonnenergie-Systeme werden gefördert.

Neue Fenster mit Zweifach- oder Dreifachverglasung?

Heute einmal eine Frage aus der Beratungspraxis:

Neue Fenster mit Zweifach- oder Dreifachverglasung?

Zwischen den Scheiben der bis Anfang der 1990er Jahre üblichen Isolierverglasung befindet sich Luft. Seit etwa 1994 besteht die Füllung aus Edelgas und erhöht die Dämmwirkung der zweifach verglasten Fenster um den Faktor 2 bis 3. Diese Wärmeschutzverglasung ist in optimierter Form auch heute noch Stand der Technik. Also lautet die erste Antwort: Wenn die Fenster noch Isolierverglasung haben, dann ist der Austausch sinnvoll.

Zweifache Wärmeschutzverglasung mit einem Uw-Wert von max. 1,3 W/m2 K ist das gesetzlich fest-gelegte Mindestmaß. Familie M. wird von einer dreifachen abgeraten: „Das lohnt sich bei so einem alten Haus nicht und führt zu Schimmel.“ Tatsache ist: Dreifach verglaste Fenster haben pro Quadratmeter Fensterfläche nur die Hälfte der Wärmeverluste im Vergleich zu den zweifachen (Uw-Wert von etwa 0,7 W/m2 K) und sind gleichzeitig nur geringfügig teurer (derzeit 5-10% Aufpreis). Es lohnt sich also in jedem Fall für Familie M., vor allem weil das Haus große Fensterflächen hat. Gleichzeitig steigt auch der Wohnkomfort, weil die Oberfläche der Scheiben wärmer ist.

Wenn nach dem Fensteraustausch die kälteste Oberfläche im Raum nicht mehr die Fensterscheibe, sondern die Wand ist, führt dies nicht „automatisch“ zu Schimmel. Neue Fensterrahmen sind abgedichtet und müssen luftdicht eingebaut werden. Wenn anschließend das Lüftungsverhalten nicht angepasst wird, steigt das Schimmelrisiko, vor allem an ungünstigen Stellen (z. B. hinter großen Schränken) und in wenig beheizten Räumen. Dies gilt aber für neue zweifach- und dreifachverglaste Fenster in gleicher Weise!

Im Hinblick auf Luftdichtheit unterscheiden sich die beiden Fensterarten nur wenig, im Hinblick auf die Wärmedämmung schon. Familie M. hat sich darüber und zu den Themen Lüftung und Lüftungskonzept bei einer neutralen Beratung informiert. Sie haben inzwischen die dreifach verglasten Fenster bestellt und damit einen weiteren Schritt hin zu einem zukunftsfähigen Haus gemacht.

Dauerlüften durch gekippte Fenster?

Lieber nicht! Im Winter kühlen die Räume aus, man schickt viel Heizenergie nach draußen und fördert die Schimmelbildung wegen der kalten Oberflächen in den Fensterleibungen.

Also sollten die Fenster nur kurzzeitig, dafür aber ganz geöffnet werden. Ist Durchzug durch gegenüberliegende Fenster möglich, geht das Lüften noch schneller. Wie lange gelüftet werden sollte, kann man hier, bei CO2online, sehen.

Im Sommer kommt mit der Luft die Hitze ins Haus und zusätzliche Feuchtigkeit. Diese kann sich unter Umständen in kühleren Räumen (z.B. im Keller) als Tauwasser niederschlagen und eben-falls zu Schimmel führen.Während Hitzeperioden sollten die Fenster nur sehr früh morgens oder nachts geöffnet sein.

Heizen ohne Öl und Gas?

Ist das überhaupt möglich im Altbau?

Diese Frage kann man nicht pauschal verneinen und nur mit Hilfe einer individuellen Beratung beantworten. Ob Heizen mit regenerativen Energien auch in Ihrem Haus möglich ist, hängt von einer Reihe zusammenwirkender Faktoren ab.

Allein der Ruf nach einer elektrisch betriebenen Wärmepumpe reicht nicht aus. Sie werden heute zwar fast schon standardmäßig eingebaut. Nicht selten müssen wir dann aber doch von Elektroheizungen reden. Andererseits können auch sie in Kombination mit guter, eventuell nachträglicher Wärmedämmung (außen oder auch innen) und großen Heizflächen wie Fußboden- und Wandheizung (oder beide kombiniert) sinnvoll sein. Wenn ein ehemaliger Heizölraum vorhanden ist, kann eine Holzpellets-Heizung die beste Wahl sein. Sie sehen, es ist nicht ganz einfach. Lassen Sie sich neutral beraten.

Hier ein Überblick des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Bafa über die attraktiven Förderzuschüsse für den Heizungsaustausch.

Weitere online-Hilfen und Beratungstermine bei altbau plus e.V.

Im homeoffice?

Die letzten Monate haben viele ins homeoffice geschickt. Manchen gefällt das, haben gute Möglichkeiten zuhause zu arbeiten und möchten das auch dauerhaft tun.

Das verändert den Energieverbauch durch mehr Licht und Computerbetrieb und vielleicht fällt auch die Heizungsabsenkung wärend der bisherigen täglichen Abwesenheit weg. Es wird auch mehr gelüftet. Es lohnt sich, über die Energieeffizienz zuhause neu nachzudenken.

Die Energieagentur.NRW hat nützliche Energiespartips für das Arbeiten zuhause.

Das „altbau plus Energiefenster“

Seid März 2020 hat altbau plus e.V. das Energiefenster bei facebook geöffnet. Jetzt, im Januar 2021 startet es auch hier. Als nächsten werden Beiträge übertragen und eine Struktur geschaffen, die ein gezieltes Suchen möglich macht. Dann sollen etwa wöchentlich neue Energiespartipps hinzukommen.

In regelmäßigen Abständen gibt es Tipps und aktuelle Informationen zu den Themen:

– energetisches Sanieren
– barrierefrei Wohnen
– Wohnen im Alter
– ressourcenschonendes Sanieren

Wer facebook nutzt, findet das altbau plus Energiefenster hier oder direkt innerhalb von facebook: @altbauplus.energiefenster.

Das Energiefenster ist teil des 3% plus Projektes.

Anstrich oder Wärmedämmung?

Der Sommer eignet sich gut für einen Fassadenanstrich. Wenn das Haus neu angestrichen ist, ist erstmal wieder Ruhe. Der Winter kann kommen. In den nächsten 10 bis 15 Jahren wird an der Fassade nichts mehr zu tun sein.

Doch das könnte ein Trugschluss sein. Denn falls nach schon fünf Jahre später die Heizung erneuert werden muss, kommt die Frage nach der Wärmedämmung  des Hauses auf den Tisch. Die neue Heizung soll ja für die Zukunft nicht überdimensioniert werden. Fest steht, dass die Energiepreise spürbar steigen werden. Der Markt mag das möglicherweise anders sehen, ist aber ein unzuverlässiger Ratgeber. Die CO²-Steuer steigt in jedem Fall. Andererseits bietet eine stabile Förderstruktur ernst zu nehmende Anreize mehr zu tun als nur anzustreichen. Energiesparen ist politisch gewollt. Dafür wird etwas getan.

Und nun? Das ist einfach: Bevor ein Auftrag über einen Fassadenanstrich erteilt wird, ist eine ganzheitliche, also alle Aspekte umfassende Beratung vernünftig. Organisationen wie altbau plus e.V. bieten solche Hilfen durch erfahrene Architekten sogar kostenlos an. Im Anschluss daran mag ein detailierterer Energie-Check durch die Verbraucherberatung angeraten sein.

Welche Fragen sollten beantwortet werden? Wie sieht die Fassade aus? Was muss konstruktiv repariert werden? Taugt sie für eine Wärmedämmung? Gibt es Alternativen wie z.B. die Innendämmung? Das Bild oben zeigt einen Teil eines Jahrhundertwendehauses. Hier wäre es schade mit einer Außendämmung die schöne Ansicht zu verschandeln. Außerdem ist es teuer die Schnörkel abzuschlagen und dann glatt beizuputzen bevor die Dämmplatten montiert werden könnten.

Doch auch, wenn es richtig ist, sich auf einen Anstrich zu beschränken, kann etwas für die Nachhaltigkeit und die Energiebilanz getan werden. Lenken wir unser Augenmerk auf die Farbe, die verstrichen werden soll. Damit ist nicht der Farbton gemeint, sondern das Material. organisch gebundene Kunststoffanstriche (u.a. Kunstharzdispersionen, Silikonfarben) sind Erdölprodukte. Silikatfarben und Kalkfarben gibt es als reine Naturprodukte, ebenso Naturharzdispersionen. Sie alle unterscheiden sich durch einen verschieden großen ökologischen Fußabdruck – und die Hersteller durch eine mehr oder weniger transparente Aufklärung über die Inhaltsstoffe. Als gute Positivliste ist die www.natureplus-database.org zu empfehlen.

Beim Beipiel oben mussten diverse Schichten („Filme“) Kunststoffanstrich entfernt werden. Sie waren rissig, teil lose, teil sehr fest, kaum dampfdiffusionsoffen- keine Freude. Es wurde dann mit Silikatfarbe (nicht Silikon!) gestrichen. Dieses Material verkieselt mit dem Untergrund, d.h. es ist nicht filmbildend. Dadurch kann sie keine Blasen oder Risse bilden oder abplatzen. Der nächste Anstrich ist dem entsprechend einfach, schnell und kostengünstig – und weniger Energie aufwändig. Ach ja, Silikatfarbe benötigt keinen „Lotuseffekt“, um lange sauber zu bleiben. Dafür bietet sie eine sehr schöne Farbtiefe.