Vorhang oder Heizung?

Eigentlich ist es ja schon ein bischen peinlich drüber zu reden. Dennoch, denn es sind oft die einfachen Dinge, die das Leben einfacher machen – oder Energie sparen. Vorhänge vor Fenstern haben ja einen Sinn. Besonders in der dunklen Jahreszeit möchte man nicht das Gefühl haben, der Nachbar würde einem ständig ins Zimmer schauen. Tut er zwar nicht, aber das Gefühl ist da. Also wird der Vorhang zugezogen. Das sieht hübsch gemütlich aus und der Raumakustik tut es auch gut. Dem Musikgenuss steht nichts im Wege. Doch auf die Dauer wird es irgendwie fußkalt. Richtig kalt ist es zwar nicht, aber irgendwie zieht es am Boden. Die Heizung ist doch an.

Schauen wir einmal hin. Das spricht doch für sich selbst, oder? Es ist ein Plattenheizkörper mit Konvektionsrippen. Er gibt Wärme als Strahlung über die Fläche der Platte ab und über Luftzirkulation zwischen den Platten. Raumluft stiegt von unten durch den Heizkörper auf und? Genau, sammelt sich in der Fensternische.

Das Thermostatventil des sieht man rechts ober am Heizkörper – nicht. Es ist verdeckt durch den Vorhang. So kann es schwerlich die Temperatur des Raumes messen. Ihm ist es jetzt schön warm und dreht die Heizung runter.

Wundert’s, dass der Musikgenuss nicht so richtig klappt?

Was tun? Man könnte über die Art und Lage des Heizkörpers nachdenken. Das bedeutet allerdings größere Installtionsmaßnahmen. Das führt jetzt zu weit. Anstatt eines Vorhanges könnte ein Plissee oder eine Jalousie exakt in die Fensternische eingepasst werden. Den Vorhang einfach kürzen, funktioniert nur bedingt, denn auch hier verliert sich warme Heizungsluft in die Fensternische, der gewünschten Falten wegen.

Wirksam, aber weniger hübsch, ist diese Möglichkeit:

Neue Fenster mit Zweifach- oder Dreifachverglasung?

Heute einmal eine Frage aus der Beratungspraxis:

Neue Fenster mit Zweifach- oder Dreifachverglasung?

Zwischen den Scheiben der bis Anfang der 1990er Jahre üblichen Isolierverglasung befindet sich Luft. Seit etwa 1994 besteht die Füllung aus Edelgas und erhöht die Dämmwirkung der zweifach verglasten Fenster um den Faktor 2 bis 3. Diese Wärmeschutzverglasung ist in optimierter Form auch heute noch Stand der Technik. Also lautet die erste Antwort: Wenn die Fenster noch Isolierverglasung haben, dann ist der Austausch sinnvoll.

Zweifache Wärmeschutzverglasung mit einem Uw-Wert von max. 1,3 W/m2 K ist das gesetzlich fest-gelegte Mindestmaß. Familie M. wird von einer dreifachen abgeraten: „Das lohnt sich bei so einem alten Haus nicht und führt zu Schimmel.“ Tatsache ist: Dreifach verglaste Fenster haben pro Quadratmeter Fensterfläche nur die Hälfte der Wärmeverluste im Vergleich zu den zweifachen (Uw-Wert von etwa 0,7 W/m2 K) und sind gleichzeitig nur geringfügig teurer (derzeit 5-10% Aufpreis). Es lohnt sich also in jedem Fall für Familie M., vor allem weil das Haus große Fensterflächen hat. Gleichzeitig steigt auch der Wohnkomfort, weil die Oberfläche der Scheiben wärmer ist.

Wenn nach dem Fensteraustausch die kälteste Oberfläche im Raum nicht mehr die Fensterscheibe, sondern die Wand ist, führt dies nicht „automatisch“ zu Schimmel. Neue Fensterrahmen sind abgedichtet und müssen luftdicht eingebaut werden. Wenn anschließend das Lüftungsverhalten nicht angepasst wird, steigt das Schimmelrisiko, vor allem an ungünstigen Stellen (z. B. hinter großen Schränken) und in wenig beheizten Räumen. Dies gilt aber für neue zweifach- und dreifachverglaste Fenster in gleicher Weise!

Im Hinblick auf Luftdichtheit unterscheiden sich die beiden Fensterarten nur wenig, im Hinblick auf die Wärmedämmung schon. Familie M. hat sich darüber und zu den Themen Lüftung und Lüftungskonzept bei einer neutralen Beratung informiert. Sie haben inzwischen die dreifach verglasten Fenster bestellt und damit einen weiteren Schritt hin zu einem zukunftsfähigen Haus gemacht.

Dauerlüften durch gekippte Fenster?

Lieber nicht! Im Winter kühlen die Räume aus, man schickt viel Heizenergie nach draußen und fördert die Schimmelbildung wegen der kalten Oberflächen in den Fensterleibungen.

Also sollten die Fenster nur kurzzeitig, dafür aber ganz geöffnet werden. Ist Durchzug durch gegenüberliegende Fenster möglich, geht das Lüften noch schneller. Wie lange gelüftet werden sollte, kann man hier, bei CO2online, sehen.

Im Sommer kommt mit der Luft die Hitze ins Haus und zusätzliche Feuchtigkeit. Diese kann sich unter Umständen in kühleren Räumen (z.B. im Keller) als Tauwasser niederschlagen und eben-falls zu Schimmel führen.Während Hitzeperioden sollten die Fenster nur sehr früh morgens oder nachts geöffnet sein.