Austausch der Heizungsventile

Das Energiefenster gibt ja den Blick auf kleine, einfache Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz frei. Dazu gehört auch die Frage, ob es sinnvoll ist, die alten, gebräuchlichen Heizkörperventile gegen neue, elektronisch geregelte auszutauschen. Man hört und liest ja durchaus widersprüchliches dazu. Eine Universalantwort wird es hier nicht geben, denn – wie meistens – „es kommt immer darauf an“. Dennoch lohnt es sich hinzuschauen:

Fangen wir vorne an. Heizungsventile tauschen wir keine aus, auch die Heizkörperventile bleiben wo sie sind, nämlich zwischen dem Heizungsrohr und dem Heizkörper. Wenn dieses Ventil ausgetauscht werden sollte, müsste das Wasser des Heizsystems zumindest soweit abgelassen werden, dass an unserer Stelle kein Heizwasser auslaufen kann. Das wollen wir aber gar nicht, das wäre ja nicht mehr einfach – wir brauchen es auch nicht.

Denn uns geht es heute tatsächlich gar nicht um das Ventil, sondern um seine Steuerung. Bekanntlich wird mit den Einstellungen des Ventils die Menge des Zuflusses an warmen Heizungswasser in den Heizörper geregelt. Wenn viel Wärme benötigt wird, ist das Ventil offen, wenn weniger Wärme benötigt wird, ist es weniger offen. Auf dem Ventil ist der Ventilkopf mit den möglichen Einstellungen montiert. Wenn die gesamte Heizungsanlage richtig eingestellt ist, steht er normal auf „3“. Um die Raumtemperatur abzusenken, wird „zugedreht“ (Richtung „1“) oder es wird „aufgedreht“ (Richtung „5“), wenn es wärmer sein soll. – Gut, das haben wir alle schon einmal gehört. Doch was geschieht eigentlich in dem Thermostatkopf?

Nachdem die Grundtemperatur des Raumes wie beschrieben eingestellt wurde, regelt das Thermostatventil die Feinsteuerung des Ventils. Das dient dazu, um die ständigen Temperaturschwankungen durch sich verändernde Bedingungen im und außerhalb des Raumes auszugleichen: also bei Sonneneinstrahlung zudrehen, wenn Besuch kommt oder ein Meeting stattfindet, auch zudrehen, wenn der Wind auffrischt oder die Sonne wieder hinter Wolken verdeckt ist, wieder aufdrehen usw.. Das Thermostatventil kann auf physikalischem Wege, also ohne Strom und Stellmotor, das Heizkörperventil öffen und schließen. Wir Nutzer des Raumes brauchen (und sollten) folglich nicht ständig am Ventilkopf „herumdrehen“, sondern lassen ihn besser in Ruhe. – Das hat sich nicht überall herumgesprochen…

Dieser alte, „klassische“ Thermostatventilkopf hat eine gewisse Trägheit. Im Gegensatz dazu können die neuen, „modernen“ elektronisch gesteuerten Ventilköpfe schneller und genauer reagieren. Zumindest ist das meine persönliche Erfahrung. Das tun sie durch elektronische Temperatursensoren und -regelung und durch einen batteriebetriebenen Stellmotor. Mit Genauigkeit lässt sich die Energieeffizienz verbessern. Umwerfend werden die Ersparnisse allein hierdurch eher nicht sein, aber das bekannte Kleinvieh macht ja auch Mist.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass nach dem Montieren der neuen Ventilsteuerungen Zugerscheinungen im Raum geringer waren und die Wärme gleichmäßiger verteilt scheint. Dadurch konnte ich die eingestellte Temperatur bis zu drei Grad absenken. Das spart dann schon Energie. Um ehrlich zu sein, vollständig richtig erklären kann ich das nicht wirklich, außer so: Wenn die elektronische Steuerung genauer misst und schneller reagiert, dreht es das Ventil öfter, aber weniger weit, auf bzw. zu. Die Regelung geschieht feiner. So kann der Heizkörper gleichmäßiger Wärme abgeben. Es wird nicht mehr so stark „Gas gegeben“ und „abgebremst“. Gleichmäßiges Fahren verbraucht ja auch weniger Sprit bzw. Kraft als das ständige gas-bremsen, gas-bremsen… Ich empfinde ds angenehmer.

Es gibt noch weitere Vorteile der elektronischen Heizkörperventilsteuerungen. Die Raumtemperaturen können – in angemessenen Grenzen – dem täglichen Lebensrythmus entsprechend programmiert werden. Wenn ich wärend der Arbeitszeit im Büro sitze, braucht mein Lesezimmer nicht so warm zu sein, als würde ich dort mein Glas Wein trinken. So können raumweise Temperaturprofile erstellt werden. Auch das verbessert die Energieeffizienz. Manche dieser „neuen“ Geräte können mit smart-home-apps kommunizieren. Es sollte aber auch hier nicht ständig an den Einstellungen herumgeregelt werden, obwohl es sich doch so schön mit dem Handy spielt.

Eines gibt es noch zu beachten: Während die bekannten, physikalischen Thermostatventile ohne Motor auskommen und entsprechend lautlos arbeiten, können, je nach Produkt, die elektrischen Stellmotoren leise oder sehr leise sein. Es tritt sicher eine gewisse Gewöhnung ein und das Geräusch hängt auch von der Leichtgängigkeit Ventile ab. Es macht Sinn erst neues „Heizungsventil“ zu kaufen und zu testen und dann die weiteren.

Terrassenheizgerät CO²-neutral

Eben „flatterte“ wieder einer der Designmöbel-Kataloge in´s Haus. Schöne Sachen schaue ich immer gerne an. Und da das Wetter gerade wieder Lust auf´s Draußensitzen macht, bin ich hier stecken geblieben:

Ob dieses Modell gerade gefällt, sei hier offen gelassen. Mir drängte sich eine andere Frage auf. Die Dinger sind ja angenehm, aber 1.500 Watt einfach so über die Terrasse, den Balkon in den Wind zu entlassen? Geht das nicht auch CO²-neutral? Mit Gas jedenfalls nicht, mit Ökostrom lieber auch nicht (viel zu schade), aber vielleicht mit einer PV-Anlage. Also rechnen wir mal:

Im Winter brauchen wir solche Heizgeräte eher nicht. Im Sommer wird es warm genug sein. Aber in Frühjahr und Herbst spielen sie ihre Qualität aus. Sagen wir an drei Abenden pro Woche drei Stunden pro Abend. Also nehmen wir an: 3 Std/Abend x 3 Abende/Woche an 6 Monaten im Jahr. Das sind dann 1.500 Watt x 216 Stunden = 324.000 Wh (Wattstunden) = 324 kWh (Kilowattstunden) – die durch eine Photovoltaik-Anlage ersetzt werden sollen.

  • Vorher eine Einordnung: Mit etwa 350 kWh können wir ein Jahr lang, also 12 Monate lang, kochen und backen. Mit ca. 320 kWh betreiben wir ein Jahr lang zwei Gefrierschränke gleichzeitig. Ein modernes, energiesparendes Wohnhaus benötigt weniger als 35 kWh/m² im Jahr. Der Verbrauch unseres Terrassenheizgerätes könnte dem nach 10 m² Wohnfläche heizen, die gesamte Heizperiode lang. Gut, das mögen statistische Spielchen sein – sind aber …

Wie erreichen wir den jetzt die CO²-Neutralität? Ein „Balkonkraftwerk“, eine Stecker-PV-Anlage wäre eine Möglichkeit. Sie haben in der Regel rund 300 bis 350 Watt Leistung, was über das ganze Jahr gesehen knapp 300 kWh Ertrag liefert. Hm, reicht nicht ganz. Auch wird die gesamte Stromausbeute des Jahres, also von 12 und nicht 6 Monaten, benötigt, um am Ende des Jahres noch immer nicht ganz bei Null CO² auszukommen. Besser wären also zwei solcher Anlagen mit den maximal erlaubten 600 W.

Was so eine Stecker-Solarstrom-Anlage ist, ist bei der Verbraucherberatung gut beschrieben. Wir von altbau plus arbeiten gut mit den geschätzen Kollgen zusammen. Für Fragen in Aachen und der Städteregion stehen wir alle gerne zur Verfügung.

Die Solarmodule sind meist etwa 1,60 bis 1,80 m lang und 1 m breit. Sie brauchen nicht unbedingt am Balkongeländer befestigt zu werden, denn da sind sie nicht immer nur schön. Auch Stecker-Solar-Anlagen können auf den Dach oder an der Fassade angebracht werden. Sie dürfen halt nicht mehr als 600 Watt Leistung haben.

Im homeoffice?

Die letzten Monate haben viele ins homeoffice geschickt. Manchen gefällt das, haben gute Möglichkeiten zuhause zu arbeiten und möchten das auch dauerhaft tun.

Das verändert den Energieverbauch durch mehr Licht und Computerbetrieb und vielleicht fällt auch die Heizungsabsenkung wärend der bisherigen täglichen Abwesenheit weg. Es wird auch mehr gelüftet. Es lohnt sich, über die Energieeffizienz zuhause neu nachzudenken.

Die Energieagentur.NRW hat nützliche Energiespartips für das Arbeiten zuhause.

Das „altbau plus Energiefenster“

Seid März 2020 hat altbau plus e.V. das Energiefenster bei facebook geöffnet. Jetzt, im Januar 2021 startet es auch hier. Als nächsten werden Beiträge übertragen und eine Struktur geschaffen, die ein gezieltes Suchen möglich macht. Dann sollen etwa wöchentlich neue Energiespartipps hinzukommen.

In regelmäßigen Abständen gibt es Tipps und aktuelle Informationen zu den Themen:

– energetisches Sanieren
– barrierefrei Wohnen
– Wohnen im Alter
– ressourcenschonendes Sanieren

Wer facebook nutzt, findet das altbau plus Energiefenster hier oder direkt innerhalb von facebook: @altbauplus.energiefenster.

Das Energiefenster ist teil des 3% plus Projektes.